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KlickTipp vs. Mailchimp: Warum ich nach 7 Tools endlich im DACH-Raum angekommen bin

KlickTipp vs. Mailchimp: Warum ich nach 7 Tools endlich im DACH-Raum angekommen bin

Es war ein Dienstagabend im Februar, draußen peitschte der Hamburger Regen gegen das Fenster meines Gästezimmers (aka Büro), und ich saß fassungslos vor meiner Mailchimp-Rechnung. Mein „Free Plan“ war längst Geschichte, aber dass ich jetzt für Karteileichen bezahlen sollte, nur weil sie in zwei verschiedenen Listen standen, brachte das Fass zum Überlaufen. Meine Katze spazierte in diesem Moment seelenruhig über die Tastatur, löschte fast einen Entwurf und ich wusste: Das mit dem US-Affen und mir wird keine Liebesbeziehung mehr.

Bevor wir tiefer in den Dschungel aus Automatisierungen und Tagging eintauchen, ein kurzes Wort zur Transparenz: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Ich empfehle nur Tools, die ich in den letzten fünf Jahren selbst ausführlich in meinem Business-Alltag getestet habe. Volle Transparenz hier.

Der Klassiker vs. der deutsche Platzhirsch: Ein unfairer Vergleich?

Seit ich 2019 mein Coaching-Business gestartet habe, bin ich durch sieben verschiedene Newsletter-Tools gewandert. Mailchimp ist meistens die erste Haltestelle, weil es jeder kennt. Es sieht schick aus, die Bedienung ist intuitiv und man fühlt sich wie ein echter Marketer. Aber für uns im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) kommen schnell die Hürden: Die DSGVO-Angst im Nacken und ein Support, der nur Englisch spricht, wenn es mal brennt.

Dann ist da KlickTipp. Es wird oft als das „Enterprise-Tool“ für Solopreneure verkauft. Keine bunten Bildchen im Editor, dafür eine Logik, die auf Tags statt auf starren Listen basiert. Während Mailchimp sich wie ein schickes iPad anfühlt, ist KlickTipp eher die solide Mercedes-Limousine: Vielleicht nicht das modernste Cockpit, aber man kommt sicher ans Ziel – und zwar ohne, dass das Finanzamt oder die Datenschutzbehörde klopfen.

Warum Mailchimp mich fast in den Wahnsinn getrieben hat

Mein größter Fehler bei Mailchimp? Die Listen-Logik. Wenn ein Coaching-Klient sich für mein Webinar anmeldet und später mein E-Book kauft, landet er bei Mailchimp oft in zwei verschiedenen Listen. Das Problem: Mailchimp zählt diesen Kontakt doppelt. Und da sie pro Abonnent abrechnen, zahlst du doppelt. Das ist, als würde mein Fitnessstudio mir zwei Mitgliedschaften berechnen, nur weil ich montags zum Yoga und mittwochs zum Krafttraining gehe. Völliger Quatsch.

Dazu kommt das Thema Double Opt-In. In Deutschland ist das Gesetz. Mailchimp lässt dich das zwar einstellen, aber es fühlt sich immer wie ein nachträglich drangebasteltes Feature an. Als ich letzten Monat versuchte, eine komplexe Automation für meinen neuen Kurs zu bauen, hat das System die Bestätigungsmail einfach verschluckt. Support? „Please check our documentation.“ Danke für nichts.

KlickTipp: Das Tagging-Wunder für Struktur-Fans

Als ich zu KlickTipp gewechselt bin, musste ich erst mal umdenken. Es gibt keine Listen mehr. Es gibt nur noch einen großen Topf voller Kontakte, und jeder bekommt digitale Klebezettel (Tags). „Hat E-Book gelesen“, „War im Webinar“, „Hat gekauft“.

Das ist genial, weil ich so extrem spitze Kampagnen fahren kann. Wer das E-Book gelesen, aber den Kurs noch nicht gekauft hat, bekommt eine andere Mail als der treue Stammkunde. Und das Beste: Ein Kontakt ist ein Kontakt. Egal, wie viele Tags er hat, ich zahle nur einmal. Warum ich nach 6 Monaten (und 7 Fehlversuchen) endlich dort geblieben bin, habe ich auch in meinem ehrlichen KlickTipp Test aufgeschrieben.

Die Sache mit der DSGVO

Hand aufs Herz: Wer hat Lust, sich mit dem Privacy Shield und Datenübermittlungen in die USA rumzuschlagen? Ich nicht. KlickTipp hat seine Server in Deutschland. Der Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) ist mit zwei Klicks erledigt und rechtssicher. Bei Mailchimp habe ich immer dieses ungute Gefühl im Bauch, ob meine Hamburger Datenschützer das morgen noch durchwinken.

Der Preis-Check: Wo verschwindet dein Geld?

Hier wird es spannend. Mailchimp lockt mit einem kostenlosen Einstieg, wird aber verdammt schnell teuer, sobald du über die 500 oder 1.000 Kontakte rutschst. Und denk dran: Du zahlst für die Dubletten in deinen Listen!

KlickTipp startet bei etwa 49 $ im Monat. Das klingt erst mal nach viel Holz für jemanden, der gerade erst anfängt. Aber wenn man bedenkt, dass man hier ein Tool bekommt, das wirklich auf den deutschen Markt zugeschnitten ist und einen deutschsprachigen Support hat, der nicht nur aus Textbausteinen besteht, relativiert sich das schnell. Ich sehe es wie eine gute Kaffeemaschine: Man kann die billige für 20 Euro kaufen und sich jeden Morgen ärgern, oder man investiert einmal in was Ordentliches.

Gibt es Alternativen für uns Solopreneure?

Natürlich sind KlickTipp und Mailchimp nicht die einzigen Spieler auf dem Platz. Wenn du zum Beispiel gar keine Lust hast, dir aus fünf verschiedenen Tools etwas zusammenzustöpseln, ist FunnelCockpit einen Blick wert. Das ist die All-in-one-Lösung: Landingpages, E-Mail-Marketing und sogar Mitgliederbereiche in einem. In meinen FunnelCockpit Erfahrungen beschreibe ich, warum das für Technik-Hasser die Rettung sein kann.

Wer es etwas schlanker mag und vor allem auf Conversions und Verkaufstrichter schielt, sollte sich vifugo ansehen. Es ist preislich mit 67 $ fair angesiedelt und extrem auf Verkauf optimiert. Ich habe es selbst getestet, wie du in meinem Bericht lesen kannst, warum mein 8. Tool-Wechsel fast schiefging.

Fazit: Welches Tool zieht in dein Homeoffice ein?

Wenn du gerade erst startest, kein Budget hast und dir die DSGVO erst mal egal ist (was ich nicht empfehle!), dann geh zu Mailchimp. Es ist bunt und einfach.

Aber wenn du dein Business ernsthaft im DACH-Raum skalieren willst, ohne bei jeder neuen Automation Angst vor Fehlern oder Abmahnungen zu haben, dann ist KlickTipp die einzig logische Wahl. Das Tagging-System spart dir auf Dauer bares Geld und Nerven. Seit ich gewechselt habe, verbringe ich weniger Zeit mit dem Löschen von Dubletten und mehr Zeit mit meinen Klienten – oder damit, meine Katze von der Tastatur fernzuhalten.

Am Ende des Tages musst du dich fragen: Willst du ein Tool, das gut aussieht, oder eines, das für dich arbeitet? Für mich war die Antwort nach fünf Jahren Tool-Chaos klar.

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