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Marketing Automation für Coaches ohne technisches Vorwissen im großen Vergleich

Marketing Automation für Coaches ohne technisches Vorwissen: E-Mail-Tools im Vergleich

Der Spam-Ordner hatte meine eigene Testmail geschluckt. Ein Klick, eine kurze Schrecksekunde, dann dieses Ziehen in der Brust — wenn die eigene Willkommens-Sequenz sich selbst aussortiert, weiß man: Mit dem Absender stimmt gerade etwas nicht. Genau dieser Moment hat mich dazu gebracht, jede Automation, die ich für mein Coaching-Business baue, erst an mir selbst zu testen, bevor auch nur eine einzige Interessentin sie zu Gesicht bekommt.

Marketing Automation für Coaches ohne technisches Vorwissen klingt auf jeder Sales-Page nach einer Sache, die man an einem Nachmittag erledigt. Meine Erfahrung nach mehreren durchgetesteten E-Mail-Tools sagt etwas anderes: Zwischen dem Versprechen "kein technisches Vorwissen nötig" und einer Automation, die wirklich zuverlässig läuft, liegen oft Wochen aus Fehlversuchen, falsch gesetzten Bedingungen und Support-Tickets, die niemand beantwortet.

Die Agentur-Automation, die mit meinem Kurs-System nicht sprechen wollte

Bezahlt habe ich für meine erste richtige Automation eine Agentur — eine Sequenz, die potenzielle Klientinnen vom ersten Kontakt bis zur Buchung begleiten sollte. Geliefert wurde ein sauber aussehendes Konstrukt, das mit meinem bestehenden Kurs-System schlicht nicht kompatibel war: Trigger, die nie ausgelöst wurden, weil die Schnittstelle zum Kursbereich anders tickte, als die Agentur angenommen hatte.

Zurückgebaut habe ich danach fast alles selbst, Stück für Stück, mit deutlich weniger Budget für Externe und deutlich mehr eigener Fehlersuche. Rund zwölf Wochen nach diesem Neustart lief die Willkommenssequenz endlich zuverlässig durch, ohne dass ich morgens als Erstes ins Dashboard schauen musste, ob wieder etwas hängengeblieben war.

Bildschirm mit komplexer E-Mail-Marketing-Automation-Logik für Coaching-Tools

Manchmal klappere ich noch weit nach zehn über die Tastatur, während im Hintergrund eine Automation lautlos vor sich hin arbeitet, ganz ohne mein Zutun. Ein seltsames Gefühl, zu wissen, dass gerade etwas passiert, das ich nicht aktiv anstoße.

Visueller Automation-Editor für Coaches ohne Vorwissen

Für Coaches, die noch nie eine Automation gebaut haben, ist so ein visueller Editor oft die Einstiegshürde — oder genau die Einstiegshilfe, die den Unterschied macht. Wer Boxen und Pfeile zieht statt Code zu schreiben, versteht meist schneller, was mit einer Interessentin passiert, wenn sie auf einen Link klickt oder eben nicht.

Meine Nachbarin Britta, die eine Etage über mir in Eimsbüttel wohnt und nebenbei einen kleinen Newsletter für ihr eigenes Projekt schreibt, kennt aus ihrem Bürojob eigentlich nur Outlook — jedes visuelle Automations-Board wirkt auf sie erstmal wie eine Fremdsprache mit seltsamen Symbolen. Nach einer halben Stunde Herumklicken hat sie es trotzdem meistens verstanden, was für mich der eigentliche Test für ein gutes Tool ist: Versteht es jemand ohne Technik-Hintergrund innerhalb einer Kaffeepause?

Wie man so eine Automation überhaupt technisch von Grund auf aufsetzt, wenn man vorher noch nie eine gebaut hat, würde hier den Rahmen sprengen — das ist ein eigenes Kapitel für sich.

Rechtliche Pflichten, Serverstandorte und Sprache, die niemand versteht

Der doppelte Opt-in ist in Deutschland ohnehin Pflicht, egal wie hübsch die Landingpage aussieht, die davor geschaltet ist. Serverstandorte innerhalb der EU sind für mich mittlerweile ein K.-o.-Kriterium, selbst wenn ein US-Anbieter beteuert, seine Datenverarbeitung sei ohnehin konform.

Deutschsprachiger Support und eine vernünftige Lokalisierung sind für uns Laien oft wichtiger als jedes Zusatz-Feature, aber wie man das im Detail bewertet, ist nochmal ein eigenes Thema. Ein Tool-Wechsel selbst bringt zusätzlich sein eigenes Risiko für die Kontaktdaten mit — auch das würde hier zu weit führen.

Solopreneur arbeitet abends konzentriert am Laptop an einer Marketing-Automation für Coaches

Tags nutzen, statt zehn Listen zu pflegen

Wer seine Kontaktliste ohne Chaos halten will, arbeitet heute mit Tag-basierte E-Mail Marketing statt mit zehn verschiedenen Listen für ein und dieselbe Person. Früher war eine Liste für den Lead-Magneten, eine für den Kurs und eine für den Newsletter normal — heute existiert ein Kontakt einmal und wird über Merkmale gesteuert.

Bei der Abrechnung bin ich nach wie vor genervt, dass die meisten Anbieter pro Abonnent statt pro Feature kassieren, so als würde ein Fitnessstudio den Beitrag erhöhen, sobald man fitter wird und öfter trainiert. Wie ein Lead-Magnet am Ende zuverlässig und ohne Bruch ausgeliefert wird, ist ein eigenes kleines Automations-Kapitel, das ich hier nicht aufmache.

All-in-One-Suiten, Einzeltools und die Sache mit den Webinaren

Sechs Monate lang hatte ich eine sogenannte All-in-One-Suite im Einsatz, die Landingpages, E-Mails, Kurse und Webinare unter einem Dach vereinen sollte — wie ein Küchengerät mit zwölf Aufsätzen (von denen man realistisch drei benutzt), das am Ende jede einzelne Funktion nur mittelmäßig erledigt. Der E-Mail-Editor war hakelig, die Automationen unflexibel, und seitdem bin ich wieder bei spezialisierten Tools, die über Schnittstellen miteinander reden.

Wer automatisierte Webinare nutzt, um Interessentinnen zu gewinnen, steht vor einer ähnlichen Frage: live wirkt persönlicher, automatisiert skaliert besser, und keine der beiden Varianten ist grundsätzlich die bessere. Die technische Verknüpfung zwischen Webinar-Tool und E-Mail-System ist dabei nochmal ein eigenes Puzzle für sich, das ich hier nicht auseinandernehme — einen ausführlichen Vergleich zwischen vifugo oder FunnelCockpit für genau diese Anforderungen habe ich an anderer Stelle geschrieben.

Übersichtliches Dashboard eines Coaching-Tools für Marketing Automation auf dem Tablet

Was am Ende wirklich zählt

Eine Klientin von mir, Ilka Schuster, testet inzwischen jedes neue Feature erst an einem Dummy-Kontakt, bevor es echte Interessentinnen erreicht — eine Gewohnheit, die ich mir nach der Sache mit der Agentur-Automation ebenfalls zugelegt habe. Seitdem landet nichts Neues live, ohne dass ich vorher selbst in der Testmail sitze und schaue, was ankommt und was im Spam-Ordner verschwindet.

Größer und komplizierter zu automatisieren ist fast nie die Lösung, wenn man als Coach allein arbeitet. Die eine Lektion, die aus mehreren durchgetesteten Tools und einer teuren Agentur-Erfahrung übrig geblieben ist: Bau nur das, was du selbst durchschaust und vorher an dir oder einem Dummy-Kontakt getestet hast — alles andere kostet am Ende mehr Nerven, als es an Zeit spart.

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